Marianne Kirch (*1970, D/F)

ist Sängerin, Performerin und Übersetzerin. Sie lebt in Badenweiler, im Dreiländereck zwischen Freiburg, Basel und Mulhouse. Zeitgenössische Musik und Performance sind der Hintergrund ihrer Performances und Projekte. Übersetzung ist ihr treues Werkzeug; Strategie und Wegbegleiter zugleich durch die absurde Stochastik unserer Welt.

Meine Verortung darin?
Ma [das japanische Wort für den Raum zwischen den Dingen] zwischen den Geräuschen, Tönen, Gesten, Worten, Sprachen. Es ist der Ort, der in den darstellenden Künsten und in der Übersetzung sichtbar hörbar fühlbar wird. Selten homophon, immer rhythmisch, kontrapunktisch.

2023 hatte ihr Stück „Au pays qui te ressemble“, in der Archäologischen Sammlung der Universität Freiburg Premiere, gefördert vom Landesverband Freier Tanz- und Theaterschaffender Badenwürrtemberg, StudioProArte, Freiburg und dem Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst, Baden-Württemberg.

2024 „Tonprobe 1 – gläsernes Übersetzen im Klangehäuse„, gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.

Momentan in Vorbereitung:

Consolations [Let trées trespass n’est-ce pas persist insanes persanesTrösterin der Augen, zur Dichtung von Qurrat al-ʿAin (Tahere, persische Dichterin des 19. Jahrhunderts)

ongoing – until peace agreements come back where they belong, i.e. centerstage: „contrepoints – extended vocal techniques and counterpoint“, funded by Musikfonds, Berlin.

Marianne Kirch in "Au pays qui te ressemble", Freiburg 2023

 

 

 

Von 1990 bis 1994 studierte MK Musikwissenschaften an der LMU München. Gesangsuntericht am Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie sowie bei Carmen Anhorn, München.

Ab 1993 Konzerttätigkeit als Hackbrettistin und Altistin. Zahlreiche Uraufführungen, u.a. von Rudi Spring, Sandeep Bhagwati, Wilfried Hiller, Jörg Widmann, Joan Guinjoan. Auftritte u.a. mit der Camerata Bregenz, dem Münchner Kammerorchester. Es liegen vielfältige Rundfunk- und CD-Produktionen von ihr vor. Von 1996 bis 1998 Konzerte mit dem Ensemble für mittelalterliche Musik Sarband. Auftritte auf Festivals wie Spittalfields London, Wave–Gothic Leipzig, Festival Voix et Routes Romanes Strasbourg, Baalbek International Festival, Lebanon.

1998 bis 2006 Band-Projekt «Oktobre frenchlovesongs» mit Stefan Schessl, Tom Früchtl und Georg Karger. Eigene Songs und Soundscapes für Tanz und Performance.

1998 gründet sie das Performanceensemble Die Bairishe Geisha mit Judith Huber und Eva Löbau. Das Ensemble ist zu Gast bei den Muenchner Kammerspielen, auf Kampnagel Hamburg, SpielArt Theaterfestival, Opernfestspiele München + und wird zum Festival Impulse eingeladen.

2008 verlässt MK ihre Heimatstadt München, um in Brüssel und Den Haag neue Wege zu gehen. Dort entstehen die Musik- und Tanzperformance SHIFT – a performance on translation, die gleichnamige Graphic novel (in Zusammenarbeit mit Benoît Henken, Brüssel), und Einpacken/Auspacken, eine Performance für die ganz Kleinen von 0 bis 4 (in Zusammenarbeit Karine Guizzo, Den Haag). Neun Monate später Geburt einer Tochter.

2020 corona killed my comeback, seither siehe oben.

Zusammenarbeit mit Laien, die community based arts, ist ein steter Begleiter ihrer künstlerischen Tätigkeit, ob als Musikunterricht, Theater und Performance Projekte mit Kinder- und Jugendgruppen (2005 Foyerperformances mit Münchner Kindern für das SpielArt Festival), Theaterworkshops für Menschen mit Behinderung (2009 Kulturzentrum deSeyp, Brüssel), Schulen (2010, Den Haag) oder mitübersetzendem Publikum (2024 Tonprobe 1 in Badenweiler).